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Praxis Gabriela Mallaun - Beitrag - Psychopharmaka? Homöopathie? Was sonst?

Psychopharmaka? Homöopathie? Und im Weiteren?

Viele Menschen suchen Hilfe durch die Einnahme von Psychopharmaka, nicht wenige wenden sich auch alternativen Heilmethoden zu. Durch meine Klienten und Klientinnen höre ich von Erfahrungen bei der Anwendung von Psychopharmaka und von homöopathischen Heilmitteln.

Ein Bericht und Kommentar aus meiner Praxis.

Antidepressiva und angstlösende Medikamente werden in der psychiatrischen und hausärztlichen Praxis häufig verschrieben. Sie sind eine gängige Antwort auf die vielfältigen Erscheinungen von seelischer und körperlicher Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Angst, den Anforderungen des Lebens nicht mehr gewachsen zu sein. In vielen Fällen bringen sie baldige Besserung, je nach Wirkungsbereich hellen sie die Stimmung auf oder machen gelassener.

Einige Monate nach der Erleichterung über das Zurücktreten von Symptomen und die dadurch wiedergewonnene Energie und Freiheit tritt bei vielen Betroffenen Ernüchterung ein. Sie fragen sich, wie es weiter gehen wird, ob sie für immer dieses Medikament werden einnehmen müssen. Wann geht es gut genug, wann bin ich stabil genug, um das Medikament wieder abzusetzen? Und wie wird es mir danach gehen? Die Ahnung oder Befürchtung um eine Abhängigkeit vom Wirkstoff beeinträchtigt viele Menschen in ihrem Gefühl von Identität und Kontrolle über den eigenen Körper. Zu Recht entsteht Sorge, wie man das Medikament wieder absetzen kann, denn tatsächlich ist das Absetzen ein heikler Prozess.

Der Wirkstoff hat in die körpereigenen Prozesse eingegriffen, in den meisten Fällen wird durch Psychopharmaka der Gruppe Antidepressiva und Angstlöser die Ausschüttung oder Wiederaufnahme von körpereigenen Stoffen gefördert oder verhindert. Der Organismus tendiert dazu, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen und sie auszugleichen, d.h. er produziert mit der Zeit mehr oder weniger der medikamentös gesteuerten Substanz. Dadurch kann eine Gewöhnung an das Medikament eintreten, höhere Dosen werden erforderlich. Beim Absetzen hingegen können sogenannte Reboundphänomeme auftreten. Die anfänglich bekämpften Symptome treten nach Absetzen des Medikaments verstärkt wieder auf.  Der Arzt/die Ärztin rät daher zum langsamen Absetzen, dem sogenannten Ausschleichen des Medikaments durch Abbau der Dosis über mehrere Wochen. Mental – und das ist nicht unwesentlich – entsteht unabhängig davon Angst davor, wieder „ohne Krücke“ auszukommen.

 

Ist Homöopathie eine Alternative?

In homöopathischen Heilmitteln liegt die Kraft, depressive Verstimmungen, innere Unruhe, Ängste, Erschöpfung, Schlaf- und Appetitstörungen, Konzentrationsstörungen usw. zu beeinflussen.

Ja, aber, sagen viele, Homöopathie braucht Geduld, homöopathische Mittel wirken langsam. Nach meiner Erfahrung wirkt das passende Heilmittel oft schnell. Und doch ist der Einwand von der langsamen Wirkung nicht ganz von der Hand zu weisen. Was die Homöopathie langsam macht, ist die komplexere und störungsanfälligere Wahl des passenden Heilmittels. Die Mittelverschreibung erfolgt individuell und nicht nach Indikation wie depressive Verstimmung oder Panikattacken. Die individuelle Wahl schliesst ein, dass unterschiedliche Auslöser für eine Erkrankung, individuelle körperliche und seelisch-geistige Reaktionsweisen sowie lebensgeschichtliche Zusammenhänge eine Rolle spielen. Offenheit und Selbstbeobachtung des Klienten/der Klientin, eine gute Verständigung zwischen Klient und Therapeut und darauf aufbauend eine klare und stimmige Analyse des Therapeuten sind ausschlaggebend für die Heilmittelwahl.

Das Absetzen eines homöopathischen Heilmittels ist ungefährlich. Die Heilmittel greifen nicht substanziell in körpereigene Prozesse ein, sondern über eine Information an den Organismus, der Neuregulierungen zur Folge hat. (Lesen Sie dazu unter klassische Homöopathie, Wirkungsweise). Wenn das Befinden über längere Zeit auf hohem Niveau stabil ist, können homöopathische Heilmittel wieder abgesetzt werden. Bei Bedarf (Wiedereintreten von Symptomen) kann ein Heilmittel in Absprache mit dem Therapeuten/der Therapeutin wieder eingenommen werden. Dieser Abstand kann Monate oder Jahre betragen.

 

Psychologische Beratung oder Tnerapie

Jede medikamentöse Therapie von Symptomen einer depressiven Verstimmung verbindet man sinnvollerweise mit einer psychologischen Beratung oder Psychotherapie. Verschiedene Aspekte wie Finden einer achtsamen Haltung, Selbstfürsorge, Mut zu Konfliktlösung und Veränderung unterstützen den Weg zu sich selber, zu inneren Kraftquellen und zu einer veränderten Sichtweise gegenüber den Anforderungen des Lebens.
Die nachhaltigsten Heilungsprozesse konnte ich bisher mit Menschen erleben, die neben der medikamentösen Therapie auch einen Weg der inneren Verarbeitung und Veränderung gegangen sind.

2019-01-07T08:37:01+01:00